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Die Doppelpyramide des Engagements*

*Warum integrierte online-Aktivitäten, Spendern und Aktiven, den Einstieg in Organisationen erleichtern.

Spendenpyramide

Wer sich bereits mit Fundraising befasst hat, wird mit der klassischen Spendenpyramide vertraut sein. Mit ihr wird die Aufgabe des Fundraisers verdeutlicht, aus der hoffentlich großen Zahl Interessierter, zuerst Spender, später Dauerspender und im Optimalfall Großspender zu machen. Mit teilweise ausgefeilten Techniken wird hierbei um Neuspender geworben und versucht Spender “upzugraden”.

Engagementspyramide

In klassischen Mitgliederorganisationen – in Abgrenzung zu reinen Fundraisingorganisationen – tritt hierbei ein Problem auf; Es müssen nicht nur Spenden gesammelt, sondern auch Aktive gewonnen werden. So lässt sich eine sehr ähnliche Pyramide aufbauen, nur dass Anstelle einer Geldspende mit Aktivität zum Gelingen der Ziele beigetragen wird.

Doppelpyramide des Engagements

In einer Vielzahl von Aufbauorganisationen werden diese beiden Bereiche von unterschiedlichen Abteilungen bearbeitet. Das Fundraising versucht Spender zu gewinnen während Mitgliederservice, Verbandsentwicklung oder Öffentlichkeitsarbeit sich um neue Aktive bemühen. Diese Trennung lässt sich in der offline-Welt, wo Platz für Informationen auf Drucksachen rar, vielleicht noch begründen. Begeben sich Verbände aber online, sollte den Interessierten mehr als nur eine Möglichkeit geboten werden etwas beizutragen.
Es gibt hier, auf unterster Ebene, eine breite Überschneidung zwischen Geld- und Aktivitätsspendern. Dabei gilt es Aktivität nicht erst bei einer Mitgliedschaft beginnen zu lassen. Bereits eine E-Mail an Freunde, welche über ein Projekt informiert, ist eine wertvolle Aktivitätsspende, um die auch klassische Spender gebeten werden können. Ebenso sollte, wer an einer Unterschriftenaktion teilnimmt, die Möglichkeit bekommen die Intensität seines Engagements zu erhöhen. Sowohl für Geld- als auch für Aktivitätsspenden gilt hier die alte Weisheit, dass nur wer gefragt wird auch etwas gibt.

Problembereich

Der Knackpunkt auf beiden Seiten der Pyramide ist der Einstieg. Aus reinem Interesse an einem Thema, soll Aktivität für eine Organisation generiert werden. Ein sanfter Einsteig wird dabei jedoch zu selten gewährt. Kleinspender werden nur unzureichend betreut und mit Informationen versorgt; Aktiv werden ist, ohne eine Mitgliedschaft, oft nicht möglich. Hier kann eine integrierte, strukturübergreifende online-Strategie helfen. Mit Interessenten und Erstspendern kann unmittelbare Kommunikation aufgenommen werden und sie können Aktionsbezogen aktiv werden, ohne von der Organisation vereinnahmt zu werden.
Mit langfristig angelegten und verbandsübergreifenden Aktivitäten lassen sich Interessierte binden und einbinden. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn sich die Verbände auf eine multilaterale Kommunikation einlassen. Mit welchen technischen Tools dies begleitet wird ist dabei zweitrangig. Es kann eine eigene Plattform aufgebaut, oder bestehende Tools genutzt werden. Wichtig ist es den Aktivitäts- und Geldspendern dabei auch einen – informellen – Einfluss auf die Projekte zu geben. Sie werden es der Organisation mit dem wertvollsten Gut danken. Sie werden es weitersagen.

5 comments

  1. Jörg Reschke posted on February 10, 2010:

    “Dies kann jedoch nur gelingen, wenn sich die Verbände auf eine multilaterale Kommunikation einlassen.” – Ja, das ist der Knackpunkt! Sie müssen sich nicht nur passiv darauf einlassen, sondern es tatsächlich ‘leben’.

  2. Katarina Peranic posted on February 10, 2010:

    Ich stimme Dir zu Jörg.Und um Sie zu überzeugen ist Deine Präsentation sehr hilfreich: How To Ecudate Your Boss?! to social media http://bit.ly/7EMXg6

  3. Andreas posted on February 11, 2010:

    Das zugrunde liegende Problem ist bei den meisten Organisationen aber nicht das Fehlen von multilateraler Kommunikation, sondern das Fehlen von Verständnis der Wichtigkeit von Kleinspendern und Kleinaktivisten – zu häufig konzentriert sich alle Anstrengung auf neue Mitglieder und neue grössere Spender – und das Fehlen des Willens, sich zu öffnen und Engagement auch ausserhalb der eigenen Strukturen zu ermöglichen.

    Wenn sich das nicht ändert, hilft auch alle multilaterale Kommunikation nix…

  4. jona posted on February 11, 2010:

    Hallo Andreas, da stimme ich dir voll zu. Deshalb ja auch die Darstellung als Pyramide um klar zu machen, dass man auf Dauer nur genügend klassische Ehrenamtliche und Großspender bekommt, wenn man sich um die Basis der Pyramide (Kleinspendern und Kleinaktivisten) kümmert.
    Schöne Grüße
    Jona

  5. Maik Meid posted on February 11, 2010:

    Hi Jona! Danke für den Input. Gute Idee, über die man echt weiter nachdenken sollte.

    Viele Grüße, Maik

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